CD's | Video's | Lightforce | Mortification Zusammenstellungen | Bootlegs | Rezension schreiben | Cover Erklärungen | Überblick
The Silver Cord Is Severed
Deutschland: Mit 'Ten Years Live Not Dead' als Bonus-CD
Brasilien: Mit 'Break The Curse' als Bonus-CD
Besetzung
Steve Rowe (bass, vocals)
Lincoln Bowen (guitar)
Adam Zaffarese (drums)
Erscheinungsjahr: 2001
Genre: Thrashcore
Label: Nuclear Blast/Intense Records
Studio: Hammer of God Studio, Melbourne
Produzent: Mark McCormack
| # | Titel | Länge |
|---|---|---|
| 1 | Metal Blessing | 4:51 |
| 2 | Access Denied | 3:10 |
| 3 | Hardware | 6:03 |
| 4 | Bring The Joy | 3:40 |
| 5 | Standing At The Door Of Death | 4:13 |
| 6 | Whom They Would Kill | 3:18 |
| 7 | I Am A Revolutionary | 4:50 |
| 8 | Forsake The Flesh | 4:02 |
| 9 | Sensitive Nerve Endings | 3:45 |
| 10 | The Silver Cord Is Severed | 8:14 |
| Gesamtspielzeit: 46:06 | ||
289 Stimmen

Rezension

Roland Ludwig (rls), 26.08.05
0 Leute haben diese Rezension bewertet
[bewerten]
Mortification sind dafür bekannt, einerseits kompromißlos ihr evangelistisches Ding durchzuziehen, andererseits aber musikalisch im harten Metalareal eine recht breite Variabilität aufzuweisen. Kamen sie Anfang der 90er mal aus dem Thrashlager, wurde daraus 92/93 grindorientierter Death Metal, bevor man wieder spürbar thrashlastiger zu Werke ging und mehr und mehr traditionelle Metalelemente einsetzte, was auf der 96er Meisterscheibe "EnVision EvAngelene" zu einem Höhepunkt geführt wurde, indem man mit dem Christi Leben nachzeichnenden 19minütigen Titeltrack quasi die christliche Antwort auf Manowars "Achilles, Agony & Ecstasy" schrieb. Die Folgescheiben gingen, wohl auch durch Steves schwere Erkrankung bedingt, wieder etliche Schritte zurück. Nun hat man mit "The Silver Cord Is Severed" eine Seitwärtswendung vollzogen. Die Scheibe enthält immer noch zahlreiche Elemente aus den Arealen des Power, Thrash und Death Metal, wurde aber mit Einflüssen aus der Hardcoreecke (die gab's bisher hauptsächlich in Steves leicht hardcorelastigem Gesang) und dem grooveorientierten Neo Metal ausstaffiert (je nach Betrachtungsweise kann an dieser Stelle auch "bereichert" oder "versaut" eingesetzt werden). Könnte durchaus sein, daß für letztgenannte der neue Trommler Adam Zaffarese verantwortlich ist. Der ist grade mal 15 Lenze alt, spielt aber dennoch sehr ordentlich, verschleppt den Groove indes bisweilen etwas und knüppelt nicht mehr so herzhaft drauflos wie sein Vorgänger Keith Bannister, obwohl es natürlich noch genügend schnelle Passagen gibt, wie schon Track 2, "Access Denied", eindrucksvoll unter Beweis stellt. Blastspeedattacken sind allerdings nicht mal mehr mit der Lupe zu finden, und die neue Marschrichtung wird unverhüllt gleich mit dem Opener "Metal Blessing" zur Schau gestellt, was die Platte schon mal grundehrlich macht. Track 3, "Hardware", geschrieben von Gitarrist Lincoln Bowen, verdeutlicht leider ein Manko der Scheibe, nämlich den etwas zu basischen Sound, der nah am Live-Trio-Sound gehalten ist, aber eben etwas schwach auf der Brust rüberkommt (live kann man das mit Lautstärke überdecken, hier auf Konserve natürlich nur begrenzt). Richtig fett produziert, wäre "Hardware" ein erstklassiges Doom-Walzwerk geworden. Bin mal gespannt, wie das live klingt. Auch der achtminütige Titeltrack, phasenweise analog schleppend, und einige der eher hüpfkompatiblen Passagen dürften live wesentlich angenehmer zu konsumieren sein als auf Silberling. Klar, schlecht sind alle zehn neuen Songs nicht, und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wünscht man sich, wenn man nicht gerade ausgesprochen puristisch veranlagt ist, die neuen Elemente im Mortification-Sound gar nicht wieder weg, aber bis zu dieser Erkenntnis bedarf es halt etwas Arbeit, und ich befürchte, daß in der heutigen schnellebigen Zeit eine gute Anzahl potentieller Hörer diese Geduld nicht aufbringen wird. Diese Leute werden allerdings durch den Nichtzugang zu einer guten, jedoch nicht zu den absoluten Highlights der Bandhistory zählenden Platte gestraft.
Wer sich mit dem Erwerb beeilt, erwischt vielleicht noch ein Exemplar der Erstauflage und ergattert dabei einen Bonussilberling namens "10 Years Live Not Dead". Diesen Mitschnitt der "Hammer Of God"-Tour dürften allerdings viele Fans schon im Schrank stehen haben, da er auch einzeln erhältlich ist. Vielleicht kommt sich der eine oder andere dadurch verkohlt vor, falls er im Laden den Preis für eine Doppel-CD bezahlen mußte, aber alle, die besagten Livesilberling noch nicht besitzen, bekommen einen echten Gegenwert fürs Geld. Mortification, hier noch mit Keith Bannister an den Drums, konzentrieren sich in der Setlist hauptsächlich auf die neueren Platten, vergessen aber, wie es sich für eine Geburtstagsparty gehört, auch ihre alten Releases nicht, denen sie mit einem Medley gedenken. (Man erinnere sich, daß es von diesen Platten auch schon Liveaufnahmen gibt, sowohl in Gestalt zweier EPs als auch mittels des Albums "Live Planetarium".) Der Sound dieses Mitschnittes unterscheidet sich nur marginal von dem der neuen Studioaufnahme (lediglich die Gitarre ist live etwas leiser, die Drums dafür lauter), und die einzelnen Songs kommen nur teilweise in etwas höherem Tempo zum Ziel, da man beispielsweise beim angesprochenen Medley eher langsamere Tracks ausgewählt hat und in Gestalt von beispielsweise "Chapel Of Hope" noch weitere doomlastige Exempel an Bord sind. Spaß macht die ehrliche Spielfreude der drei Australier aber von der ersten bis zur 53. Minute, und Steve läßt es sich selbstverständlich auch nicht nehmen, Message auszustreuen (schelmische Frage: "Do we have any Christians here tonight?"). Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sagen. Das Nacheinanderhören beider CDs macht jedenfalls richtig Laune und zeigt verschiedene Facetten einer in allen Belangen liebenswürdigen Band auf, die - ich sagte es bereits - seit x Jahren ihr Ding durchzieht und sich den Gottvatistatus der christlichen Ganzhartszene redlich verdient und erarbeitet hat.
Rezension original veröffentlicht auf www.crossover-agm.de

Stefan Lang, 23.08.05
0 Leute haben diese Rezension bewertet
[bewerten]
MORTIFICATION haben sich stets verändert. Die neue Scheibe bedeutet wiederum ein gewaltiger Schnitt. Mit neuem Drummer (15 Jahre alt!!!), der für frischen Wind sorgt und neuem Stil stellt die Band erneut ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Sehr modern klingt das neue Album und ich muß zugeben, als ich den Anfang von "Metal Blessing" hörte und nicht wußte, daß es sich hierbei um MORTIFICATION handelt, da hab ich diese Band auch nicht erraten und empfand die Mucke zwar als gut, aber ich dachte es sei nix für mich...
Wie man sich doch irren kann, wenn man mal toleranter an etwas herangeht. Ich hatte ja Glück, da ich mich als MORTIFICATION Fan bezeichnen würde und mich somit auf jedenfall auch mit der neuen Scheibe beschäftigen wollte. Meine ersten Eindrücke waren also "gut aber nicht meine Musik". Genau umgekehrt waren aber meine Empfindungen bei letzteren MORTIFICATION Scheiben: "Meine Musik, aber leider nicht mehr so gut." (Ich bin halt ein Fan der ersten 3 Scheiben).
Was bietet einem also die neue, wenn man sich etwas damit beschäftigt? MORTIFICATION, die immer stark von klassischem Heavy Metal beeinflußt waren, sind dies natürlich immer noch (Steve Rowe ist ja u.a. großer IRON MAIDEN und MANOWAR Fan). Dennoch kann man dem neuen Album durchaus den Begriff "Neo Metal" zuordnen. Dafür sorgt der starke Hardcore Einfluss. Manche Songs erinnern mich etwas an STAVESACRE. Durch Steve's Einflüsse kommt aber der Metal nie zu kurz. So erinnert mich beispielsweise der Anfang von "Hardware" schon alleine wegen dem Bass Sound etwas an "Dark Avenger" von MANOWAR.
Man könnte also zunächst etwas erschrocken sein von diesem unerwarteten Weg, den die Australier jetzt einschlagen. Aber ich möchte hier mal ganz klar sagen: Als ich diesen ersten unerwarteten Moment überwunden hatte, stellte ich sogleich fest, daß diese Scheibe zweifellos geil ist!! Ich war sogar bereits nach dem ersten Durchlauf sicher, daß dieses das stärkste MORTIFICATION Album seit Jahren ist!!! Am neuen Album gibt es nämlich kaum etwas auszusetzen, es ist eine sehr gute Produktion mit starken Songs!!
Meine Favoriten sind "Metal Blessing", eine zweifellos kraftvolle Nummer. Darauf freue ich mich schon, wenn MORTIFICATION im Juni/Juli auf ihrer Welttour auch nach Deutschland kommen. "Bring The Joy" mit coolem Einstieg von Schlagzeug und Gitarre ist ebenfalls fett! "The Silver Cord Is Severed" bietet Abwechslung im Tempo (eher langsam, auf der CD sind aber auch thrashige Songs vertreten) und im Gesang (auf diesem Album schreit Steve mehr). Dieser Song erinnert auch am ehesten an ältere Tage, hier kommt der alte Stil der Band am meisten durch.
Songschreiberisch hat sich Lincoln Bowen (Lob für die gewohnt gute Gitarrenarbeit!!) auch wieder mit 2 Stücken beteiligt und textlich kämpft Steve Rowe seinen Kampf des guten Glaubens. Darum geht's vor allem in "I Am A Revolutionary". MORTIFICATION sind zurück, kraftvoll wie lange nicht mehr. Das merkt man auch an Steves aggressiverem Gesang.
Fazit: Nach Steve Rowes schwerer Erkrankung schlägt er bereits mit seinem 3. Werk zurück. Dieses ist davon das mit der meisten Power. Laßt euch nicht vom Cover abschrecken und gebt auch mal Musik ne Chance, wofür ihr im ersten Moment eher wenig übrig habt !!! Einen guten Kaufgrund gibt es auch, denn bei den ersten Auflagen ist zusätzlich die Live CD "10 Years Live Not Dead" enthalten !
Anspieltips: Metal Blessing, Bring The Joy, Sensitive Nerve Endings
Review verfasst von Stefan Lang für www.powermetal.de [08.02.2001]